{"id":1314,"date":"2018-09-12T03:00:54","date_gmt":"2018-09-12T01:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphilatelie.com\/?p=1314"},"modified":"2026-02-02T13:05:32","modified_gmt":"2026-02-02T12:05:32","slug":"raetselhafte-feldmerkmale-beim-12-pfennig-wert-vi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1314","title":{"rendered":"Forschung &#8211; R\u00e4tselhafte Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert (VI)"},"content":{"rendered":"<p>Hallo<\/p>\n<p>&#8230; und willkommen zum abschliessenden Beitrag \u00fcber die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden <strong>Feldmerkmale<\/strong> beim <strong>12 Pfennig-Wert<\/strong> der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>. Falls ihr die vorherigen Folgen verpasst habt, klickt einfach\u00a0<a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1289\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>hier<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte euch nochmal darauf hinweisen, dass ich diese sechsteilige Beitragsserie meinem treuen F\u00f6rderer und G\u00f6nner Hans-J\u00fcrgen Steffen, gewidmet habe. Lieber Herr Steffen, ich w\u00fcnsche Ihnen zu den bereits gesammelten 75 Jahren viele weitere mehr in bester Gesundheit und Gesellschaft.<\/p>\n<p>In dieser Folge werde ich f\u00fcr euch die Ergebnisse dieser Beitragsserie zusammenfassen und am Schluss eine fundierte und nachvollziehbare Antwort auf die Frage geben: &#8222;Was war die Ursache f\u00fcr diejenigen Feldmerkmale des <strong>12 Pfennig-Werts<\/strong> der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>, die nicht \u00fcber die gesamte Auflage auftreten, sondern nur \u00fcber einen Teil der Auflage?&#8220;<\/p>\n<p>Dies ist eine sehr textlastige Folge! Seid stark und haltet durch. Es lohnt sich! Die Abbildungen findet ihr unter den jeweiligen Verweisen zu den vorangegangenen Folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3>Ausgangslage<\/h3>\n<p>Betrachten wir die <strong>Feldmerkmale<\/strong> der Schalterbogen des<strong> 12 Pfennig-Werts<\/strong> der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> \u00fcber die gesamte Druckperiode vom 30. Dezember 1946 bis zum 8. Januar 1947 genauer, stellen wir fest, dass einige dieser <strong>Feldmerkmale<\/strong> nur bei einem Teil der Gesamtauflage von 120&#8217;200 Schalterb\u00f6gen nachvollziehbar sind (vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1289\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge I<\/strong><\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3>Ergebnisse der Folgen I bis V<\/h3>\n<p>In <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1371\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge II<\/strong><\/a> habe ich meine pers\u00f6nliche Auswahl von sieben dieser <strong>Feldmerkmale<\/strong> genauer vorgestellt und in <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1312\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge V<\/strong>\u00a0<\/a>s\u00e4mtliche 29 <strong>Feldmerkmale<\/strong> in Teilauflage \u00fcber die m\u00f6glichen 200 Felder der Gesamtauflage bestimmt.<\/p>\n<p>Schon in <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1289\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge I<\/strong><\/a> konnten wir ein <strong>erstes spezifisches Kennzeichen<\/strong> oder Charakteristikum dieser r\u00e4tselhaften <strong>Feldmerkmale<\/strong> in Teilauflage bestimmen: Diese treten nicht gleichzeitig auf dem A und dem B-Bogen eines Druckbogens auf, sondern ausschliesslich auf einem der beiden Teilbogen eines Druckbogens. Wir halten fest: <strong>Feldmerkmale in Teilauflage<\/strong> erscheinen ausschliesslich entweder auf A-Bogen \u00a0<strong>o d e r\u00a0<\/strong> auf B-Bogen. Feld 22AB ist hier eine Ausnahme, doch unterschieden sich die Merkmale in Teilauflage, die Raute und das Koppelschloss, sehr voneinander.<\/p>\n<p>Was schlussfolgern wir? In <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1375\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge III<\/strong><\/a> haben wir uns den Entstehungsprozess der Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> \u00fcber <strong>Druckvorstufe<\/strong>, den <strong>Druckprozess<\/strong> und die <strong>Druckweiterbearbeitung<\/strong> genauer angesehen.<\/p>\n<p>Da beide Schalterbogen eines Druckbogens (vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1143\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>hier<\/strong><\/a>) beim <strong>Rastertiefdruck<\/strong> von einem einzigen <strong>Diapositivrahmen<\/strong> stammen, kann die Ursache dieser Merkmale in Teilauflage\u00a0 <strong>n i c h t<\/strong>\u00a0 in der Negativ- oder Diapositivphase der Druckvorstufe liegen. Diese Merkmale\u00a0 <strong>m \u00fc s s e n<\/strong>\u00a0 sp\u00e4ter entstanden sein: z.B. durch Retuschen am Druckk\u00f6rper oder durch Verschmutzung desselben durch Fremdk\u00f6rper. Ein weiteres Indiz f\u00fcr die Ursache solcher <strong>Feldmerkmale<\/strong> in Druckstufe sind diejenigen Felder eines Druckbogens, bei denen wir ein spezifisches <strong>Feldmerkmal<\/strong> \u00fcber s\u00e4mtliche Drucktage nachweisen k\u00f6nnen, ein unterschiedliches Feldmerkmal jedoch hinzukommt resp. &#8222;verschwindet&#8220; (<strong>vgl. Anm. am Schluss<\/strong>).<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren die Merkmale der Felder:<\/p>\n<p>1 \/ 6 \/ <strong>22<\/strong> \/ 24 \/ 35 \/ 41 \/ 55 \/ 61 \/ 66 \/ 67 \/ 73 \/ 76 \/ 77 \/ 79 \/ 96 \/ 97<\/p>\n<figure id=\"attachment_1385\" aria-describedby=\"caption-attachment-1385\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1385 size-full\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/22-BSx-Farbfleck-\u00fcber-Hand-Koppelschloss.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"607\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/22-BSx-Farbfleck-\u00fcber-Hand-Koppelschloss.jpg 512w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/22-BSx-Farbfleck-\u00fcber-Hand-Koppelschloss-253x300.jpg 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1385\" class=\"wp-caption-text\">konsistentes Feldmerkmal: die zwei Farbflecken oben an den H\u00e4nden des Bergmanns; Teilauflage: &#8222;G\u00fcrtelschnalle&#8220; resp. &#8222;Koppelschloss&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Fazit<\/strong>: 16 von 29 <strong>Feldmerkmale<\/strong>, die in Teilauflage erscheinen, besitzen ein \u00fcber die gesamte Ausflage hinweg konsistentes, auf beiden Teilbogen auftretendes, anderes Feldmerkmal. Wir halten als <strong>zweites spezifisches Kennzeichen<\/strong> der r\u00e4tselhaften <strong>Feldmerkmale<\/strong> fest: <strong>Feldmerkmale<\/strong> in Teilauflage \u00a0<strong>m \u00fc s s e n<\/strong>\u00a0 nach der Negativ- resp. Diapositivphase entstanden sein.<\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1310\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge V<\/strong><\/a> haben wir <strong>zwei Druckperioden<\/strong> bestimmt und in &#8222;fr\u00fch&#8220; und &#8222;sp\u00e4t&#8220; unterschieden, in welchen die besprochenen Feldmerkmale entweder auftreten oder eben nicht nachweisbar sind. Dieses ist das <strong>dritte spezifische Kennzeichen<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Fr\u00fche Druckperiode<\/strong>: 30. Dezember 1946 \u2013 3. Januar 1947<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>30. Dezember 1946<\/li>\n<li>31. Dezember 1946<\/li>\n<li>2. Januar 1947<\/li>\n<li>3. Januar 1947<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sp\u00e4te Druckperiode<\/strong>: 4.-9. Januar 1947<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>4. Januar 1947<\/li>\n<li>7. Januar 1947<\/li>\n<li>8. Januar 1947<\/li>\n<li>9. Januar 1947<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass zwischen dem Druckende am 3. Januar 1947 und dem Druckbeginn am 4. Januar 1947 ein Ereignis eingetreten ist, in dem die Ursache der Feldmerkmale in Teilauflage zu suchen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3>Die vier Charakteristika<\/h3>\n<p>Die vier Charakteristika der\u00a0<strong>Feldmerkmale in Teilauflage<\/strong> beim<strong> 12 Pfennig-Wert<\/strong> der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Erstes<\/strong> Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflagen treten nur auf A- \u00a0<strong>o d e r\u00a0<\/strong> B-Bogen auf<\/li>\n<li><strong>Zweites<\/strong> Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflage sind \u00a0<strong>n a c h\u00a0<\/strong> der Negativ- resp. Diapositivphase der Druckvorstufe entstanden<\/li>\n<li><strong>Drittes <\/strong>Charakteristikum: Die Feldmerkmale in Teilauflage k\u00f6nnen einer der beiden Druckperioden &#8222;fr\u00fch&#8220;\/&#8220;sp\u00e4t&#8220;, also vor dem 4. Januar 1946 oder ab dem 4. Januar 1947 zugeordnet werden<\/li>\n<li><strong>Viertes<\/strong> Charakteristikum: Bei den Feldmerkmalen in Teilauflage handelt sich \u00fcberwiegend um kleinere Abweichungen vom gew\u00fcnschten Druckbild<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3>Bisherige Erkl\u00e4rungen<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Feldmerkmale in Teilauflage wurden dem Sammler von den Autoren\/Redaktionen bislang &#8211; mit Ausnahme einer Vermutung im SHB auf Seite 402,5 &#8211; keine Erkl\u00e4rungen oder zumindest Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze geboten. Bekannte Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze aus Sammler- und Philatelistenkreisen sind (vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1371\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge II<\/strong><\/a>):<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Es kamen in den zwei verschiedenen Druckperioden <strong>zwei<\/strong> verschiedene <strong>Formzylinder<\/strong> zum Einsatz.<\/li>\n<li>Es wurde eine <strong>zweite<\/strong> <strong>Palatia O<\/strong> Rotations-Tiefdruckmaschine eingesetzt.<\/li>\n<li>Es fand eine <strong>Retusche<\/strong> des Formzylinders statt (u.a. <strong>SHB<\/strong>).<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze 1. und 2. laufen schlussendlich auf dasselbe hinaus. Es m\u00fcsste zu irgendeinem Zeitpunkt vor oder w\u00e4hrend der Druckperiode ein zweiter Formzylinder hergestellt worden sein, denn auch f\u00fcr den Betrieb einer zweiten <strong>Rotations-Rastertiefdruckmaschine<\/strong> wird ja ein Formzylinder ben\u00f6tigt. Es ist hierbei grunds\u00e4tzlich egal (vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1375\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge III<\/strong><\/a>), ob dieser hypothetische Formzylinder von demselben Diapositivrahmen hergestellt wurde oder von einem neu zusammengestellten Diapositivrahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">_____<\/p>\n<h5>Argumente gegen einen zweiten Formzylinder<\/h5>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Es war und ist nicht m\u00f6glich im manuellen \u00c4tzverfahren eine auch nur halbwegs exakte Kopie eines Formzylinders herzustellen,\u00a0vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1375\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge III<\/strong><\/a>.<strong> Der \u00fcberwiegende Teil der Markenfelder bleibt jedoch \u00fcber die gesamte Druckperiode vom 30. Dezember 1946 bis zum 9. Januar 1947 unver\u00e4ndert<\/strong>; darunter sechs von neun in den Michel-Katalogen aufgef\u00fchrten <strong>Feldmerkmalen<\/strong> (I, II, III, IV, VI, VII). , vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1312\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Folge V<\/strong><\/a><\/li>\n<li><strong>Reihenmerkmale<\/strong> wie der Anstrich der 1 der Wertangabe 12 stumpf, 2. und 7. Bogenreihe\u00a0<strong>sind \u00fcber die Gesamtauflage nachweisbar<\/strong><\/li>\n<li><strong>Der Aufwand und die Kosten<\/strong> der Herstellung eines zweiten Druckzylinders; so ein Unterfangen w\u00e4re nur aus dringendem Grund (Besch\u00e4digung des urspr\u00fcnglichen Formzylinders) in Angriff genommen; hierf\u00fcr fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Argumente gegen eine weitere Rotations-Tiefdruckmaschine<\/h5>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Die unter den damalig herrschenden Bedingungen erbrachte Druckleistung der verwendeten Rotations-Tiefdruckmaschine <strong>Palatia O<\/strong>, war mit knapp 9&#8217;000 Druckbogen pro Tag &#8211; trotz Wartungspausen, unsicherer Versorgung mit Energie etc. &#8211; f\u00fcr die schlussendliche Auflage von 60\u2019100 Druckbogen mehr als ausreichend. Es bestand<strong>\u00a0<\/strong>sogar zeitlicher Spielraum.<\/li>\n<li>Das <strong>Saarhandbuch<\/strong>\u00a0erw\u00e4hnt explizit, dass die Werte der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> auf einer einzigen <strong>Palatia O<\/strong> <strong>Rotations-Rastertiefdruckmaschine<\/strong> hergestellt wurden (SHB 402,5)<\/li>\n<li>Hans Flatters erw\u00e4hnt in seinen grundlegenden Abhandlungen zu den L\u00e4nderausgaben der Zone d\u2019Occupation Fran\u00e7aise en Allemagne, die ebenfalls im\u00a0<strong>Rotations-Rastertiefdruck<\/strong>\u00a0auf einer <strong>Palatia O<\/strong> bei der Druckerei Burda in Offenburg gedruckt wurden, keine zweite Rotations-Rastertiefdruckmaschine. F\u00fcr die L\u00e4nderausgaben wurden damals weitaus h\u00f6here Auflagen produziert als f\u00fcr die <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong><\/li>\n<li>Die Verwendung einer zweiten <strong>Palatia O<\/strong> h\u00e4tte bei der Herstellung der <strong>Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar<\/strong>\u00a0sicherlich Vorteile gebracht; jedoch nur, falls diese auch f\u00fcr die Herstellung der restlichen 18 Werte zum Einsatz gekommen w\u00e4re; daf\u00fcr fehlen jedoch jegliche Anhaltspunkte.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Argumente gegen eine Retusche<\/h5>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Viele sehr auff\u00e4llige Feldmerkmale erfuhren keine Ver\u00e4nderung. <\/strong>Beispielsweise<strong> Feld 80AB<\/strong>: betrifft die Wertangabe 12. Die Wertangabe ist f\u00fcr die reine Funktionalit\u00e4t der Briefmarke als Abgeltungsnachweis im Postverkehr von grosser Bedeutung; diese Abweichung vom gew\u00fcnschten Ergebnis wurde nicht retuschiert<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_1580\" aria-describedby=\"caption-attachment-1580\" style=\"width: 511px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1580 size-full\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/1x-60-AB-Endstrich-2.jpg\" alt=\"\" width=\"511\" height=\"609\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/1x-60-AB-Endstrich-2.jpg 511w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/1x-60-AB-Endstrich-2-252x300.jpg 252w\" sizes=\"auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1580\" class=\"wp-caption-text\">Feld 80 AB, konsistentes Feldmerkmal der Endstrich der 2 der Wertangabe 12 fehlt<\/figcaption><\/figure>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Das <strong>SHB<\/strong> vermutet zwar als Ursache f\u00fcr die Feldmerkmale in Teilauflage eine Retusche auf Seite 402, 5; an gleicher Stelle vermuten die Autoren des SHB jedoch auch, dass der Formzylinder jeden Tag nach Produktionsschluss aus der Druckmaschine ausgebaut und jeweils retuschiert wurde. Da f\u00fcr den Aus- und Wiedereinbau eines Formzylinders bei einer <strong>Palatia O<\/strong> etwa 5 Stunden Aufwand veranschlagt werden m\u00fcssen, ist diese Annahme eher unrealistisch und wird auch von keiner der anderen Quellen, <strong>Flatters<\/strong> o.\u00e4., gest\u00fctzt. F\u00fcr eine stetige Retusche existieren \u00a0<strong>k ei n e<\/strong> \u00a0Anhaltspunkte.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3>Erkl\u00e4rung der Feldmerkmale in Teilauflage<\/h3>\n<p>Zu welchem Schluss ziehen wir aus den vorliegenden Indizien. Denn wir k\u00f6nnen uns ausschliesslich auf Indizien st\u00fctzen. Die Produktionsunterlagen aus dem Archiv der Druckerei Burda, die diese Frage zweifelsfrei beantworten k\u00f6nnten, wurden nach Ablauf der Aufbewahrungspflicht vernichtet.<\/p>\n<p>Eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Retusche\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Retusche<\/strong><\/a> des Formzylinders in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar 1947, ist sehr unwahrscheinlich, da viele, auch sehr auff\u00e4llige Abweichungen vom vorgesehenen Druckbild nicht retuschiert wurden und auch sonst bei keinem Bogenfeld eine planvolle Retusche zu erkennen ist. Ganz ausschliessen k\u00f6nnen wir eine Retusche durch den Gestalter\u00a0<strong>Vytautas Kazimieras Jonynas<\/strong> jedoch nicht, es kann jedoch in keinem Fall eine sorgf\u00e4ltig vorbereitete Retusche gewesen sein.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Feldmerkmale in Teilauflage ist einfach. Nach vier absolvierten Drucktagen (30.\/31. Dezember 1946 und 2.\/3. Januar 1947) resp. der H\u00e4lfte der vorgesehenen Druckperiode, entschieden die Produktionsverantwortlichen bei Burda, dass der <strong>Formzylinder<\/strong>\u00a0des <strong>12 Pfennig-Werts<\/strong> gereinigt werden sollte. Am Abend des 3. Januar 1947 nach Produktionsschluss oder am fr\u00fchen Morgen des 4. Januar 1947 vor Produktionsaufnahme wurde der Formzylinders \u2013 von dem wir leider nicht wissen, ob dieser chromgeh\u00e4rtet war oder nicht \u2013 aus der <strong>Palatia O<\/strong> ausgebaut und die <strong>Rakel <\/strong>entfernt. Schon beim Ausbau k\u00f6nnte es zu kleineren Besch\u00e4digungen am Druckbild gekommen sein. Die nach vier Drucktagen abgenutzte Rakel wurde sicherlich nachgeschliffen oder sogar komplett ausgetauscht. Der Formzylinder wurde einer gr\u00fcndlichen Reinigung unterzogen, bei welcher durch ungewollte Manipulation von N\u00e4pfchen einige Feldmerkmale entfernt wurden, wogegen andere \u2013 insbesondere dunkle Farbtupfer (zusammengebrochene Stege) \u2013 hinzukamen, was die massive Zunahme von Farbflecken, die das Saarhandbuch als in Teilauflage erscheinend auff\u00fchrt, erkl\u00e4ren w\u00fcrde. Insbesondere die grossfl\u00e4chigen Vertiefungen des Formzylinders, unter anderem das Schriftband SAAR wurden bei dieser Reinigung in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Bis dann<\/p>\n<p>__________<\/p>\n<p><strong>Anm. vom 02.02.2026<\/strong><\/p>\n<p>Acht Jahre sind vergangen, seitdem ich diesen Beitrag \u00fcber die &#8222;R\u00e4tselhaften Feldmerkmale&#8220; schrieb. Acht Jahre mit vielen neuen Erkenntnissen. Es wurden f\u00fcr den 12 Pfennig-Wert mit einer Auflage von knapp \u00fcber 12 Millionen Marken tats\u00e4chlich von Beginn an zwei Formzylinder hergestellt. Das selbe Diapositiv (Diapositivrahmen) wurde somitnicht bloss 2-mal (A\/B-Bogen), sondern 4-mal (2x A\/B-Bogen) f\u00fcr die Belichtung eines Pigmentpapiers verwendet. Dies erkl\u00e4rt, weshalb sich die Feldmerkmale der beiden Druckperioden nur geringf\u00fcgig unterscheiden. Die Bestimmung der Druckperioden &#8222;fr\u00fch&#8220; 30.\/31.12.1946 und 2.\/3.1.1947 sowie &#8222;sp\u00e4t&#8220; 4.-9.1.1947 ist korrekt und eine meiner fr\u00fchen Forschungsarbeiten.<\/p>\n<p>Die Erkenntnis zu den zwei Formzylindern und den Druckperioden ist nicht neu, sie stammt aus einer Publikation von 1968 und war mir und vielen anderen bloss nicht mehr bekannt. Alexander Bartosch, Verwaltungsdirektor bei Burda, hat dies in einem Gespr\u00e4ch gegen\u00fcber dem Saar-Sammler Dr. Heinrich Schneider best\u00e4tigt. Quelle: Schneider, Dr. Heinrich: \u00dcber die Geburtsurkunden und anderes Unbekanntes der ersten Saarausgabe von 1947, Teil I; in: Der Deutschland-Sammler 9\/1968<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/SaarPhilatelist\"><b>Facebook<\/b><\/a> und ihr seid immer auf dem Laufenden.<\/p>\n<p><b>#saarphila #saarphilatelie<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo &#8230; und willkommen zum abschliessenden Beitrag \u00fcber die nur auf einem Teil der Gesamtauflage auftretenden Feldmerkmale beim 12 Pfennig-Wert der 1. Offenburger Ausgabe. Falls ihr die vorherigen Folgen verpasst habt, klickt einfach\u00a0hier. Ich m\u00f6chte euch nochmal darauf hinweisen, dass ich diese sechsteilige Beitragsserie meinem treuen F\u00f6rderer und G\u00f6nner Hans-J\u00fcrgen Steffen, gewidmet habe. 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