{"id":1724,"date":"2018-10-10T03:00:41","date_gmt":"2018-10-10T01:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphilatelie.com\/?p=1724"},"modified":"2024-10-06T12:54:01","modified_gmt":"2024-10-06T10:54:01","slug":"die-briefmarkenseuche-stockflecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1724","title":{"rendered":"Basiswissen Philatelie (X) &#8211; Stockflecken, die Briefmarkenseuche"},"content":{"rendered":"<p>Hallo<\/p>\n<p>Ich hoffe, euch gruselt es ob des Titels bereits ein wenig. Eine Seuche, die Briefmarken bef\u00e4llt! Im Ernst: Der Begriff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stockfleck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Stockflecken<\/strong><\/a> (frz. la rousseur, la tache brune; engl. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Foxing\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>foxing<\/strong><\/a>) jagt selbst ausgekochten Sammlern einen Schauer den R\u00fccken herunter.<\/p>\n<p>Weshalb eigentlich? Was verstehen wir unter dem Begriff <strong>Stockflecken<\/strong>? Und was k\u00f6nnt \u00a0oder solltet ihr tun, wenn eigene Marken von <strong>Stockflecken<\/strong> befallen sind? Wie sieht eine wirksame Vorbeugung aus?<\/p>\n<p>Das sind die Fragen, auf die ich in diesem Beitrag Antworten geben werde. Dieser Beitrag ist einmal mehr etwas textlastig. Ich gehe jedoch davon aus, dass bei diesem Thema euer Interesse dennoch nicht erlahmt.<\/p>\n<p><strong>Zugabe<\/strong>: Wie habe ich mein Chemielabor organisiert. Ein Inhaltsverzeichnis in Stichworten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Weshalb schaudert es jeden Briefmarken-Sammler, wenn er den Begriff <strong>Stockflecken<\/strong> h\u00f6rt?<\/p>\n<p>Wahrscheinlich, weil er an den Verlust \u2013 ideell wie materiell \u2013\u00a0denkt, falls seine Marken betroffen w\u00e4ren. Es ist zwar nicht so, dass Briefmarken mit <strong>Stockflecken<\/strong> komplett wertlos oder nicht mehr sammelw\u00fcrdig w\u00e4ren. Doch braucht der Sammler einiges an Aufwand und auch etwas Gl\u00fcck, um den direkten Schaden an einer stockfleckigen Marke zu beheben sowie die anderen Marken vor Ansteckung zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Was verstehen wir unter dem Begriff <strong>Stockflecken<\/strong>? Da f\u00e4ngt das Dilemma an. Obschon nicht ausschliesslich Briefmarken &#8211; also wichtige und teils sehr seltene Kulturg\u00fcter erster G\u00fcte &#8211; sondern ebenfalls seltene B\u00fccher und alte Handschriften vom Befall mit <strong>Stockflecken<\/strong> betroffen sind, ist die exakte Natur dieses Befalls noch nicht abschliessend erforscht. Ich kann euch an dieser Stelle keine gesicherte Definition des Begriffs <strong>Stockfleck<\/strong> bieten (<a href=\"https:\/\/www.essentiam.fr\/taches-brunes-sur-le-papier-foxing-piqures-rousseurs-moisissures\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>hier<\/strong><\/a> wird eine Begriffsbestimmung versucht). Ich z\u00e4hle einfach einmal auf, was wir \u00fcber Stockflecken so alles wissen:<\/p>\n<ul>\n<li>wir erkennen den Befall mit <strong>Stockflecken<\/strong> durch anf\u00e4nglich punktuelle gelbliche bis br\u00e4unliche Verf\u00e4rbung(en) des Papiers oder der Gummierung; bei Nichtbehandlung breitet sich die Verf\u00e4rbung schnell aus<\/li>\n<li>es existieren zwei Spielarten: eine regelm\u00e4ssig runde &#8211; recht harmlose und einfach zu entfernende &#8211; Variante und eine unregelm\u00e4ssige, mit der Zeit tiefbraun-r\u00f6tliche bis schwarze Variante, die nach meiner Erfahrung sowohl das Briefmarkenpapier wie auch eventuell vorhandene Gummierung soweit angreift, dass d\u00fcnne Stellen oder sogar L\u00f6cher entstehen k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Feuchtigkeit, dazu z\u00e4hle ich auch erh\u00f6hte Raumfeuchtigkeit, scheint den Befall mit <strong>Stockflecken<\/strong> zu bef\u00f6rdern<\/li>\n<li>mangelnde Bel\u00fcftung der Briefmarken in eng zusammengepressten Albumbl\u00e4ttern scheint den Befall mit <strong>Stockflecken<\/strong> zu bef\u00f6rdern<\/li>\n<li>Die Aufbewahrung von Briefmarken in Plastik (PVC) insbesondere unter Luftabschluss scheint den Befall mit <strong>Stockflecken<\/strong> ebenfalls zu bef\u00f6rdern<\/li>\n<li>Sporen des Schimmelpilzes als Ausl\u00f6ser von <strong>Stockflecken<\/strong> wird in diversen Artikeln erw\u00e4hnt; meine Erfahrung: Schimmelbefall auf Briefmarken sieht anders aus: noch gruseliger als Stockflecken<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Jetzt kommt die Frage, auf deren Antwort ihr wohl sehns\u00fcchtig gewartet habt. <strong>Wie entferne ich Stockflecken?<\/strong>\u00a0Ich kann in diesem Beitrag keine Patentl\u00f6sung aus dem \u00c4rmel sch\u00fctteln. Jedoch werde ich euch einige Ratschl\u00e4ge zur Aufbewahrung von Briefmarken geben sowie Tipps, wie ihr\u00a0<strong>Stockflecken<\/strong> zumindest im Anfangsstadium entfernen k\u00f6nnt. Ist die Verf\u00e4rbung zu stark, eine d\u00fcnne Stelle oder ein Loch bereits vorhanden &#8230; tja, &#8230; das kann man halt nicht stopfen, wie eine kaputte Socke.<\/p>\n<p>Item. Was solltet ihr tun, um einen Befall mit Stockflecken von vornherein zu vermeiden?<\/p>\n<ul>\n<li>Schaut euch eure Sammlung m\u00f6glichst h\u00e4ufig an, \u00f6ffnet das Album und lasst Luft an eure Preziosen; das ist die einfachste M\u00f6glichkeit, <strong>Stockflecken<\/strong> zu vermeiden<\/li>\n<li>Fasst eure Briefmarken nicht mit den Fingern an! Punkt. Kein aber, keine Ausnahme. Unsere Haut schwitzt immer und sondert stetig Hautfett ab, sonst s\u00e4hen unsere Finger n\u00e4mlich nach zwei Tagen aus wie verschrumpelte M\u00f6hren. Benutzt \u00a0I M M E R \u00a0<strong>Pinzette<\/strong> und leichte Baumwoll-<strong>Handschuhe<\/strong>, die wir sehr g\u00fcnstig im Baumarkt erhalten (unter Numismatikern ist die Verwendung von Handschuhen und Pinzette schon lange eine Reflexhandlung)<\/li>\n<li>Verwahrt eure Marken in weissen Steckb\u00fcchern mit Pergaminstreifen und <strong>Pergamin<\/strong>-Zwischenbl\u00e4ttern, diese sind in der Regel pH-neutral; m\u00f6chtet ihr f\u00fcr eine Pr\u00e4sentation lieber einen Schwarzen Hintergrund, k\u00f6nnt ihr diese immer noch kurzfristig auf spezielle schwarze Plastiksteckkarten arrangieren*<\/li>\n<li>Habt ihr Marken gewaschen (Abl\u00f6sung vom Umschlag, Briefst\u00fcck oder Entfernung von Falzen), achtet darauf, die gewaschenen Marken durchzutrocknen. Nach meiner Erfahrung solltet ihr die Marken im Sommer ca. 24 Stunden, im Winter eher 48 Stunden in der Kaltpresse lassen. Bevor ihr die Marken nun einsortiert, lasst diese zuvor ca. 2 Stunden an der frischen Luft<\/li>\n<\/ul>\n<p>* Tipp: Achtet bei schwarzen Steckkarten unbedingt darauf, dass diese nicht aus Karton gefertigt sind. Weshalb? Die schwarze Farbe des Kartons hat die unangenehme Eigenschaft, schnell abzuf\u00e4rben. Schaut mal durch eure Sammlung. Ihr werdet sicherlich die eine oder andere Marke finden, die in der unteren H\u00e4lfte \u2013 dort, wo die Marke hinter dem Streifen gesteckt hat \u2013 schw\u00e4rzlich verf\u00e4rbt ist. Diese Verf\u00e4rbung ist bei ungebrauchten Marken gar nicht \u2013 ausser ihr wascht die Marke \u2013\u00a0und bei gewaschenen Marken nur schwer wieder zu entfernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Ihr habe in der Schule sicherlich Biologie- und Chemie-Unterricht genossen. Dann ist euch klar, wie ihr Stockfleckbefall behandeln k\u00f6nnt. Nicht? Schulbesuch ist zu lang her? Lehrer(in) war schlecht? Fensterplatz gehabt? Also gut: hier ein wenig Nachhilfe.<\/p>\n<p><strong>Tipp 1<\/strong>:<\/p>\n<p>Werft die Marke bitte nicht in den M\u00fcll &#8230; die nachfolgenden Tipps helfen euch sonst nicht weiter<\/p>\n<p><strong>Tipp 2<\/strong>:<\/p>\n<p>Vermeidet tunlichst, als potentieller Bombenbauer eingesperrt zu werden. Kauft die wenigen Zutaten im Tante Emma-Laden um die Ecke und in der Apotheke, nicht in Grossmengen im Internet.<\/p>\n<p><strong>Tipp 3<\/strong>:<\/p>\n<p>Marken, die von Stockflecken befallen sind, m\u00fcssen zwingend gewaschen werden; ein Erhalt einer evtl. vorhandenen Gummierung ist nach allem was ich weiss nicht m\u00f6glich; wer euch das verspricht, wird eure Marke dennoch erst waschen und nach dem Waschen neu gummieren, sprich: <strong>F\u00e4lschung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Tipp 4<\/strong>:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lindner-original.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Lindner Original<\/strong><\/a>\u00a0 bietet ein aus zwei Komponenten bestehendes\u00a0<a href=\"https:\/\/www.lindner-original.de\/philatelie\/philatelistisches-zubehoer\/briefmarkenpflege\/stockflecken-entferner-erni-a\/a-1111130091\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Set<\/strong><\/a> zur Stockfleckentfernung an; ich kann hierzu keine Beurteilung abgeben, da die Firma Lindner mir noch kein Test-Set zur Verf\u00fcgung gestellt hat<\/p>\n<p><strong>Tipp 5<\/strong>:<\/p>\n<p><strong>So mache ich es<\/strong> &#8230; ok, was jetzt folgt bezieht sich ausschliesslich auf die Marken der <b>1. und 2. Offenburger Ausgabe<\/b>. F\u00fcr andere Marken bitte vorg\u00e4ngig pr\u00fcfen, ob eine Wasserl\u00f6slichkeit der Druckfarben o.\u00e4. vorliegt. F\u00fcr Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> habe ich das Verfahren bereits h\u00e4ufig getestet. Bei sorgf\u00e4ltiger Anwendung kommen eure Marken nicht zu schaden. Es kann jedoch nicht schaden, das Verfahren &#8211; insbesondere die Applizierung der alkalischen L\u00f6sung &#8211; vorg\u00e4ngig an Dubletten oder an Ausschuss zu testen<\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong>: Die Anleitung eignet sich auch f\u00fcr die normale Abl\u00f6sung von Falzen oder Anhaftungen an Briefmarken.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Schritt 1<\/strong>: Die mit Stockflecken befallene Briefmarke wird gewaschen. Was ben\u00f6tigen wir zum Waschen von Briefmarken? Ihr werdet jetzt total \u00fcberrascht sein:\u00a0<strong>Wasser<\/strong>! Viel sauberes, handwarmes Wasser. Ein sauberes Beh\u00e4ltnis, beispielsweise eine Salatsch\u00fcssel. Ein trockenes, fettfreies und glattes Stofftuch.\u00a0 Ausserdem <strong>Natronpulver <\/strong>(beispielweise <a href=\"http:\/\/www.holste.de\/kaisernatron.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Kaiser Natron<\/strong><\/a>) und <strong>Sp\u00fclmittel<\/strong>. F\u00fcllt klares, handwarmes Wasser in das Beh\u00e4ltnis und f\u00fcgt pro 100 Millilitern Wasser ca. 1 Messerspitze voll <strong>Natronpulver<\/strong>\u00a0 zur Neutralisation hinzu. Nun solltet ihr noch die Oberfl\u00e4chenspannung des Wassers brechen. Gebt hierzu ganz, ganz wenig, m\u00f6glichst farbloses <strong>Sp\u00fclmittel<\/strong>\u00a0auf eine Fingerspitze und verteilt das Sp\u00fclmittel im Wasser. Wichtig: Das Sp\u00fclmittel sollte\u00a0 k e i n e\u00a0 Essig- oder Estherbestandteile aufweisen. Die befallene Briefmarke wird nun f\u00fcr mindestens 30 Minuten eingeweicht. Die Marken der <strong>1. und 2. Offenburger Ausgabe<\/strong> vertragen Wasser ohne dass die Farbqualit\u00e4t leidet. Auch f\u00fcr damals applizierte Stempelabschl\u00e4ge gilt: Nur falsche Stempel scheuen den Kontakt mir Wasser. Nach 45 Minuten nehmt die Marke vorsichtig mit einer Pinzette aus dem Wasser und haltet diese unter fliessendes Wasser. Im Normalfalls sind nun keine Gummierungs- oder Falzreste mehr vorhanden. Nach meiner Erfahrung k\u00f6nnen Falzreste jedoch manchmal recht hartn\u00e4ckig sein. Seien Sie in einem solchen Fall geduldig und legen Sie die Marke einfach f\u00fcr weitere 45 Minuten zur\u00fcck in die Wassersch\u00fcssel.<\/li>\n<li><strong>Schritt 2<\/strong>: Die mit Stockflecken befallene Briefmarke wird gereinigt. F\u00fcr diesen Schritt ben\u00f6tigen wir einen handels\u00fcblichen <strong>Ultraschallreiniger<\/strong> &#8211; fragt eure Frau, diese verwendet das Ultraschallger\u00e4t zur Reinigung ihres Schmucks. Als Frau wisst ihr ohnehin, wovon ich schreibe. Die Zusammensetzung der Fl\u00fcssigkeit ist dieselbe wie bei Schritt 1, seien Sie grossz\u00fcgig. Lassen Sie die Marke ca. 5-10 Minuten durch Ultraschall reinigen. Wundern Sie sich nicht, falls Ihre Marke &#8211; insbesondere falls es eine Marke zu 12-, 45-, oder 75 Pfennig sein sollte &#8211; w\u00e4hrend der Behandlung leicht durchscheinend wird. Das ist normal.<\/li>\n<li><strong>Schritt 3<\/strong>: Die Reste der von Stockflecken hervogerufenen Verf\u00e4rbung werden entfernt. Jetzt wird es spannend. Wir ben\u00f6tigen handels\u00fcbliches <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Javelwasser\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Javelwasser<\/strong><\/a> (2.5%), welches wir im Tante Emma-Laden bei den Waschmitteln finden. Ich f\u00fclle meinen geringen Bedarf aus der grossen (2 Liter) Flasche mittels eines kleinen Plastiktrichters in ein kleines <strong>Glasfl\u00e4schchen mit Pipette<\/strong> (erhalten wir in der Apotheke). Ich nehme die noch nasse Marke und tr\u00f6pfle aus der Pipette <strong>Javelwasser<\/strong> auf die Verf\u00e4rbung(en). Dies t\u00f6tet s\u00e4mtliche evtl. vorhandenen Bakterien oder Sporen ab. Hinzu kommt ein &#8211; leichter, kaum wahrnehmbarer &#8211; Bleicheffekt. Circa 1-2 Minuten einziehen lassen, dann unter fliessendem Wasser absp\u00fclen. Mit der Lupe pr\u00fcfen und den Vorgang falls n\u00f6tig wiederholen. Ihr werdet mit der Zeit Routine entwickeln. Bitte achtet bei der Verwendung von Javelwasser auf gute Durchl\u00fcftung des Raums.<\/li>\n<li><strong>Schritt 4<\/strong>: Die Marke nochmals mindestens 10 Minuten in klarem Wasser liegen lassen und zwischendurch bewegen. N i c h t\u00a0 dasselbe Wasser wie f\u00fcr Schritt 1 oder Schritt 2 verwenden. Danach vorsichtig \u2013 das Markenpapier ist durchfeuchtet und daher leicht verletzlich \u2013\u00a0mit der Pinzette aus dem Wasser nehmen und auf ein sauberes, glattes und fettfreies Tuch legen. \u00a0Mit einem Kleenex leicht von beiden Seiten abtupfen und warten, bis sich die Markenr\u00e4nder leicht aufstellen. Nun k\u00f6nnt ihr die Marke in ein Trockenbuch legen und f\u00fcr 24-48 Stunden pressen. Nicht vergessen: die Briefmarke vor dem Einsortieren noch gut durchl\u00fcften lassen!<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Jetzt denkt ihr sicherlich: \u00abDer Typ spinnt\u00bb. So ein Aufwand, nur um Marken zu waschen oder Stockflecken zu entfernen? Vielleicht habt ihr mit dieser Einsch\u00e4tzung \u00a0Recht. Gespannt erwarte ich alternativen Vorschl\u00e4ge. Zuvor ein Beispiel nach meiner Methode:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1736 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-881x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"976\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-881x1024.jpg 881w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-258x300.jpg 258w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-768x893.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-1200x1395.jpg 1200w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck.jpg 1968w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/p>\n<p>Eine Marke, die an f\u00fcnf Stellen (vgl. Ringe) von Stockflecken befallen ist. Die Stelle am rechten Markenrand weist bereits einen schwarzen Punkt im Zentrum auf.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1735 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt-858x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"1003\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt-858x1024.jpg 858w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt-251x300.jpg 251w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt-768x917.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt-1200x1433.jpg 1200w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Stockfleck-entfernt.jpg 1968w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/p>\n<p>Dieselbe Marke nach der unter Schritt 1-4 beschriebenen Behandlung.<\/p>\n<p>Viel Spass beim Ausprobieren &#8211; auf eigene Gefahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p><strong>Mein Chemielabor<\/strong><\/p>\n<p>Mein Chemielabor besteht nur aus wenigen Ingredienzien. Dennoch reicht es aus, die im Alltag eines Philatelisten anfallenden Aufgaben ohne Schwierigkeiten zu meistern. Die allermeisten Mittel erhaltet ihr in der \u00f6rtlichen Apotheke, im Tante Emma-Laden oder im Supermarkt.<\/p>\n<p><strong>Wasser<\/strong><\/p>\n<p>Kommt in Europa in der Regel aus dem Wasserhahn. Ganz wichtig. Verwendet handwarmes Wasser. Und seid nicht sparsam. Ihr braucht keinen Pool zu f\u00fcllen, um eine Marke zu waschen, aber ein Petrisch\u00e4lchen ist definitiv zu klein. Denkt daran. Wascht ihr mehrere Marken zugleich, zwischendurch das Wasser wechseln. Ihr werdet euch wundern, wie schnell das Wasser dreckig wird. Pr\u00fcft vor der Verwendung von Wasser, ob eure Marken Wasser vertragen. Die Marken der <strong>1. und 2. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0haben da kein Problem. G\u00f6nnt euren Marken das Bad. Wenn ihr ein Bad nehmt, h\u00fcpft ihr ja auch nicht nach f\u00fcnf Minuten gleich wieder aus der Wanne! Oder?<\/p>\n<p><strong>Sp\u00fclmittel<\/strong><\/p>\n<p>Erhaltet ihr im Tante Emma-Laden um die Ecke. Verwendet farbloses Sp\u00fclmittel ohne Essig- oder Estheranteilen. Nur in minimen Dosen verwenden. Zweck des Sp\u00fclmittels ist die Brechung der Oberfl\u00e4chenspannung des Wassers. Ein winziges Tr\u00f6pfchen an eurem Finger im Wasser aufgel\u00f6st, ist v\u00f6llig ausreichend. Ihr wollt doch kein fettiges Geschirr waschen.<\/p>\n<p><strong>Chemisch reines Benzin<\/strong><\/p>\n<p>Nicht an der Tankstelle, aber in der\u00a0 Apotheke erh\u00e4ltlich. Wichtig: Immer gek\u00fchlt und gut verschlossen (Bakelitverschluss) an einem k\u00fchlen Ort, am Besten im K\u00fchlschrank aufbewahren. Verdunstet sonst sehr rasch. Bei der Verwendung immer auf ausreichende Raumbel\u00fcftung achten. Chemisch reines Benzin ist in Deutschland auch als <strong>Wundbenzin<\/strong> bekannt. Verwendet kein Feuerzeugbenzin und pr\u00fcft zuvor (Katalog), ob eure Marken ein Benzinbad vertragen. F\u00fcr Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0der schnellste und g\u00fcnstigste Weg, das <strong>Wasserzeichen<\/strong> zu bestimmen. Bei ganz leichtem und nur auf der Gummiseite sichtbaren Befall von <strong>Stockflecken<\/strong> verhindert ein Benzinbad die weitere Ausbreitung. <strong>ACHTUNG<\/strong>: Gewisse Markensorten, auf sogenanntem Kreidepapier oder mit l\u00f6slicher Farbe gedruckt, d\u00fcrfen nicht in Benzin gelegt werden, da sie sich ansonsten verf\u00e4rben. In der Regel in Katalogen entsprechend gekennzeichnet.<\/p>\n<p><strong>Natron<\/strong> (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Natriumhydrogencarbonat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Natriumhydrogencarbonat<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p>Im Tante Emma-Laden entweder bei den Backzutaten oder neben Alka-Selzer zu finden. Als Pulver kaufen. Kostet nur kleines Geld und h\u00e4lt ewig. Ist stark basisch und wirkt s\u00e4ureabbauend.<\/p>\n<p><strong>Javelwasser<\/strong><\/p>\n<p>Im Tante Emma-Laden bei den Waschmitteln zu finden: Franz\u00f6sisch: l&#8217;eau de Javel(le); Englisch: javelle water, sodium hypochloride. <strong>Javelwasser<\/strong> hat einen pH-Wert von &gt;11,4 und ist damit alkalisch resp. basisch. Ein wirksames Mittel gegen <strong>Stockflecken<\/strong> und Schimmelbefall. Hat verd\u00fcnnt eine geringe Bleichwirkung. Bei der Verwendung auf gute Raumdurchl\u00fcftung achten.<\/p>\n<p><strong>Briefmarkenabl\u00f6ser<\/strong><\/p>\n<p>Im Fachgesch\u00e4ft, resp. Fachhandel erh\u00e4ltlich. Welchen Briefmarkenabl\u00f6ser ihr w\u00e4hlt, \u00fcberlasse ich euch. Ich habe mit dem Briefmarkenabl\u00f6ser von <a href=\"https:\/\/www.lindner-original.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Lindner Original<\/strong><\/a> gute Erfahrungen gemacht. Schenkt den vollmundigen Versprechungen, dass die Gummierung erhalten bliebe, bitte keinen Glauben. Das ist ein schlechter Werbewitz. Der <strong>Briefmarkenabl\u00f6ser<\/strong> hilft aber bei der Entfernung einiger sehr, sehr alter Falze (klappt nicht bei jedem Kleber: Uhu, Pattex und einige der sehr alten Knochenleime gehen definitiv nicht). Auch bei selbstklebenden Marken das Mittel meiner Wahl.<\/p>\n<p><strong>Alkohol 70%<\/strong><\/p>\n<p>In der Apotheke erh\u00e4ltlich. Gek\u00fchlt aufbewahren und bei Verwendung auf gute Raumdurchl\u00fcftung achten. Ich verwende <strong>Alkohol<\/strong> zur Reinigung der Pinzette und sonstigen Zubeh\u00f6rs. N i c h t\u00a0 direkt mit Briefmarken verwenden, n i c h t \u00a0trinken. Normaler Alkohol \u2013\u00a0z.B. Bier, Wein, Champagner \u2013 dagegen eignet sich nicht f\u00fcr Briefmarken, aber hervorragend zur Feier von besonderen Neuzug\u00e4ngen in der Sammlung.<\/p>\n<p>Bis dann<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/SaarPhilatelist\"><b>Facebook<\/b><\/a> und ihr seid immer auf dem Laufenden.<\/p>\n<p><b>#saarphila #saarphilatelie<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Ich hoffe, euch gruselt es ob des Titels bereits ein wenig. Eine Seuche, die Briefmarken bef\u00e4llt! Im Ernst: Der Begriff Stockflecken (frz. la rousseur, la tache brune; engl. foxing) jagt selbst ausgekochten Sammlern einen Schauer den R\u00fccken herunter. Weshalb eigentlich? Was verstehen wir unter dem Begriff Stockflecken? 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