{"id":2069,"date":"2018-11-23T03:00:58","date_gmt":"2018-11-23T02:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphilatelie.com\/?p=2069"},"modified":"2024-10-06T21:10:20","modified_gmt":"2024-10-06T19:10:20","slug":"faelschungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=2069","title":{"rendered":"Basiswissen Philatelie (XIV) &#8211; F\u00e4lschungen"},"content":{"rendered":"<p>Hallo<\/p>\n<p>Ab und an stosse ich auf eine Briefmarke, die auf den ersten Blick ganz normal wirkt, aber bei welcher mich irgendetwas st\u00f6rt. Neugierig geworden, z\u00fccke ich dann die hoch vergr\u00f6ssernde Lupe.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig stellt sich die \u2039St\u00f6rung\u203a dann als eine interessante <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=1804\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Druckzuf\u00e4lligkeit<\/strong><\/a> heraus. Manchmal jedoch auch als eine <strong>F\u00e4lschung<\/strong>.<\/p>\n<p>Gef\u00e4lscht wird bekanntlich alles, was wertvoll ist oder dem F\u00e4lscher mit geringem Aufwand einen hohen Profit verspricht. <strong>Briefmarken<\/strong> sind seit ihrer Einf\u00fchrung im Jahr 1840 im Visier begabter oder weniger begabter F\u00e4lscher. Illustre Namen kommen mir hierbei in den Sinn:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Georges_Four\u00e9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Georges Four\u00e9<\/strong><\/a> (1844-1902)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fran\u00e7ois_Fournier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Fran\u00e7ois Fournier<\/strong><\/a> (1846-1917)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Friedl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Siegmund Friedl<\/strong><\/a> (1851-1914)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean_de_Sperati\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Jean de Sperati<\/strong> <\/a>(1884-1957)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Winter_(Briefmarkenf\u00e4lscher)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Peter Winter<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Rainer_Bl\u00fcm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Rainer Bl\u00fcm<\/strong><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei den Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0auf eine <strong>F\u00e4lschung<\/strong> zu stossen, die Gefahr ist zumindest bei ungebrauchten Marken eher gering. Weshalb? S\u00e4mtliche Werte dieser Ausgabe sind \u2013 auch heute noch \u2013\u00a0in hoher Menge und guter Qualit\u00e4t zu moderaten Preisen auf dem Markt verf\u00fcgbar. Dar\u00fcber hinaus bieten selbst die\u00a0<strong>Phantasiebewertungen<\/strong> der MICHEL\u00ae-Kataloge f\u00fcr die Werte der<strong> 1. Offenburger Ausgabe<\/strong> keinen Anreiz, grossen Aufwand zu betreiben. Zumindest clevere F\u00e4lscher k\u00f6nnen kalkulieren.<\/p>\n<p>Die Situation bei gestempelten Werten, Briefst\u00fccken und Belegen aus dieser Zeit\u00a0ist dagegen nicht so rosig. Leider gelangten echte Poststempel auf unbekanntem Weg in Privathand und es ist naheliegend, dass diese Stempel nicht unbenutzt in einer Vitrine schlummern. Zu den Stempeln, die aus diesem Grund nicht mehr gepr\u00fcft werden, geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Saarwellingen (a)<\/li>\n<li>V\u00f6lklingen (a)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Profi Tipp<\/strong> an euch: Finger weg von s\u00e4mtlichen gestempelten Marken des <strong>75 Pfennig-Werts<\/strong> mit Wasserzeichen <strong>fallende Wellenlinien<\/strong>, soweit diese nicht aktuell, also nach 2010 gepr\u00fcft wurden. Ich habe selbst einige Exemplare dieser Marke in meiner Sammlung. Mit Teilstempel, mit nicht identifizierbarem Stempel etc. F\u00fcr diese gelten die Bewertungen in den Michel-Katalogen nicht! Um es ganz klar zu sagen: Eine gestempelte 75 Pfennig-Marke mit Wasserzeichen <strong>fallende Wellenlinien<\/strong> ist selten (Frankatur f\u00fcr Auslands-Briefe). Die hohe Bewertung im Michel trifft, wenn \u00fcberhaupt, auf:<\/p>\n<ul>\n<li>perfekt zentrierte<\/li>\n<li>perfekt perforierte<\/li>\n<li>makellose<\/li>\n<li>farbfrische und<\/li>\n<li>identifizierbar (Ort, Datum) gestempelte<\/li>\n<\/ul>\n<p>Exemplare zu, wobei der Stempel nicht einmal einen Hauch einer Verschmierung aufweisen darf. Marken, die nur einer dieser hohen Anforderungen nicht gen\u00fcgen, d\u00fcrften im Bereich um Euro 20,00 notieren.<\/p>\n<p>So, genug der Vorrede. Ich werde euch nun drei F\u00e4lschungen vorstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2070 size-full\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-1948.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"603\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-1948.jpg 512w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-1948-255x300.jpg 255w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/p>\n<p>Die vorstehende Abbildung zeigt eine 3 Pfennig mit sch\u00f6nem Stempelabschlag aus St. Wendel (Saar). Ein Vergleich mit meiner Stempeldatenbank zeigt, dass es sich um den Stempel \u2039f\u203a handeln sollte. Dies k\u00f6nnen wir gut an dem weiten Abstand zwischen dem \u2039L\u203a und der \u2039(\u203a erkennen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2071\" aria-describedby=\"caption-attachment-2071\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2071 size-full\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/St-Wendel-f.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"190\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2071\" class=\"wp-caption-text\">Vergleichsmarke aus Stempeldatenbank<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was bei der ersten Abbildung nicht passt ist das Datum der Abstempelung. Die 20 Werte der <b>1. Offenburger Ausgabe\u00a0<\/b>waren nur bis zum <strong>27. November 1947<\/strong> g\u00fcltig. Der Stempelabschlag ist jedoch eindeutig von <strong>1948<\/strong>. In diesem Fall gehe ich jedoch nicht von einer F\u00e4lschung aus. Die nicht verkauften Marken des 3 Pfennig-Wertes sowie die 3 Pfennig-Werte der bereits bestellten Neuauflage &#8211; aus der eine Neuausgabe wurde &#8211; wurden im Zuge der W\u00e4hrungsreform vom November 1947 in der <strong>Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei<\/strong> mit der Wertangabe 60 cent. \u00fcberdruckt. Diese Marken des <strong>Malstatt-Burbacher Drucks<\/strong> besassen bis zum\u00a01. April 1948 G\u00fcltigkeit (offiziell ausser Kurs gesetzt wurden sie mit dem 31. Mai 1948). Es ist gut vorstellbar, dass der stempelnde Postbeamte die 3 Pfennig-Marke der <strong>Originalausgabe<\/strong> f\u00fcr eine Marke zu 60 cent. des\u00a0<strong>Malstatt-Burbacher Drucks<\/strong> gehalten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2073 size-full\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-PLZ.jpg\" alt=\"\" width=\"516\" height=\"605\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-PLZ.jpg 516w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/3-Pfennig-PLZ-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 516px) 100vw, 516px\" \/><\/p>\n<p>Die Abbildung zeigt eine F\u00e4lschung, wobei der oder die F\u00e4lscher sehr plump vorgegangen sind. Vierstellige Postleitzahlen wurden erst am <strong>23. M\u00e4rz 1962<\/strong> in Deutschland eingef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus liegt <strong>7108<\/strong> M\u00f6ckm\u00fchl in W\u00fcrttemberg und nicht im Saarland.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2074 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-Mark-1953-1024x604.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-Mark-1953-1024x604.jpg 1024w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-Mark-1953-300x177.jpg 300w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-Mark-1953-768x453.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-Mark-1953.jpg 1026w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/p>\n<p>Bei dieser Marke wurde das<strong> (SAAR)<\/strong> im Stempel Dillingen prominent platziert. Das Datum blieb jedoch leserlich. Im November\u00a0<strong>1953<\/strong> lag sicherlich keine Verwechslung durch einen Postbeamten mehr vor.<\/p>\n<p>Bis dann<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/SaarPhilatelist\"><b>Facebook<\/b><\/a> und ihr seid immer auf dem Laufenden.<\/p>\n<p><strong>#saarphila #saarphilatelie<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Ab und an stosse ich auf eine Briefmarke, die auf den ersten Blick ganz normal wirkt, aber bei welcher mich irgendetwas st\u00f6rt. Neugierig geworden, z\u00fccke ich dann die hoch vergr\u00f6ssernde Lupe. H\u00e4ufig stellt sich die \u2039St\u00f6rung\u203a dann als eine interessante Druckzuf\u00e4lligkeit heraus. Manchmal jedoch auch als eine F\u00e4lschung. 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