{"id":3584,"date":"2019-05-26T03:00:26","date_gmt":"2019-05-26T01:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.saarphilatelie.com\/?p=3584"},"modified":"2024-10-06T14:11:54","modified_gmt":"2024-10-06T12:11:54","slug":"saar-i-die-vor-und-mitlaeufer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=3584","title":{"rendered":"Wappen und Dichter &#8211; Die ersten Briefmarken f\u00fcr das Saarland (I)"},"content":{"rendered":"<h3>Wappen und Dichter &#8211; Generelle Bemerkungen<\/h3>\n<p>Hallo<\/p>\n<p>Wahrscheinlich habt ihr an dieser Stelle einen Beitrag zum <strong>84 Pfennig-Wert<\/strong> der Ausgabe <strong>Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar<\/strong> erwartet. Ich hoffe, eurre Entt\u00e4uschung h\u00e4lt sich in Grenzen.<\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge zum <strong>84 Pfennig-Wert<\/strong> sowie zum <strong>1 Mark-Wert<\/strong> der <strong>Saar I<\/strong> habe ich, wie ich finde, aus gutem Grund etwas aufgeschoben. Welcher Grund ist das? Ich werde\u00a0die kommenden Tage in der Region Saar-Lor-Lux unterwegs sein und dabei die originalen Vorlagen f\u00fcr die von <strong>Vytautas Kazimieras Jonynas<\/strong> fotorealistisch ausgef\u00fchrten Bildmotive\u2013 den <strong>Alten Turm in Mettlach<\/strong>, das <strong>Denkmal f\u00fcr Mar\u00e9chal Ney<\/strong> in Saarlouis sowie die<strong>\u00a0Saarschleife bei Mettlach<\/strong> \u2013 aufsuchen. Ich werde ausgiebig recherchieren, fotografieren und die hoffentlich vorzeigbaren Ergebnisse in die ausstehenden zwei Beitr\u00e4ge zu den einzelnen Werten der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0einfliessen lassen.<\/p>\n<p>Diese ausgiebige Ortsbesichtigung hat zur Folge, dass der regul\u00e4re Beitrag vom 2. Juni 2019 ausfallen wird. Der n\u00e4chste Beitrag erscheint dann wieder wie gewohnt am <strong>Sonntag, 9. Juni 2019<\/strong>.<\/p>\n<p>So, genug der Vorrede. Worum geht es in diesem Beitrag? Einerseits zeige ich euch einige Belege mit Marken der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong>. Andererseits stelle ich meinen Forschungsschwerpunkt f\u00fcr die kommenden Wochen vor.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit den Belegen mit Marken der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong>. Bereits wenige Monate nach Kriegsende in Europa liessen die Milit\u00e4rbeh\u00f6rden der <strong>Zone d&#8217;occupation fran\u00e7aise en Allemagne<\/strong>, zu welcher die Saar-Region (grob, das ehemalige Saargebiet) zu dieser Zeit noch geh\u00f6rte, nach und nach den zivilen Postverkehr wieder zu. Zur Freimachung von Briefen und Postkarten fehlte es jedoch an den notwendigen Briefmarken und die Sendungen mussten im Postamt bar frankiert werden. Zur Kenntlichmachung solchermassen freigemachter Sendungen wurden Stempel mit Aufdruck <strong>Taxe per\u00e7ue<\/strong> oder <strong>Geb\u00fchr bezahlt<\/strong> verwendet.<\/p>\n<p>Die <strong>P.T.T. der Zone d&#8217;occupation fran\u00e7aise en Allemagne<\/strong> in Baden-Baden gab eine Briefmarkenserie in Auftrag, deren Werte von f\u00fchrenden franz\u00f6sischen Gestaltern und Graveuren wie <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Louis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Robert Louis<\/strong><\/a>, <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Achille_Ouvr%C3%A9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Achille Ouvr\u00e9<\/strong><\/a>, <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Jules_Piel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Jules Piel<\/strong><\/a> und <strong>Henri Cortot<\/strong> geschaffen und in der Pariser Staatsdruckerei gedruckt wurden. Die ersten der 13 in Mark und Pfennig (Reichsw\u00e4hrung) denominierten Werte der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong> &#8211; der Gestalter <strong>Robert Louis<\/strong> war in Heraldik bewandert und hatte sich auf Wappen spezialisiert- gelangten im Saarland am 5. Januar 1946, die letzten bereits am 28. M\u00e4rz 1946 an die Postschalter. Die Briefmarkenausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong> war somit ein Vorl\u00e4ufer der Briefmarkenausgaben<strong> Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar<\/strong>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2711\" aria-describedby=\"caption-attachment-2711\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2711 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/AA-nach-Wert-klein-1024x382.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/AA-nach-Wert-klein-1024x382.jpg 1024w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/AA-nach-Wert-klein-300x112.jpg 300w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/AA-nach-Wert-klein-768x286.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/AA-nach-Wert-klein-1200x447.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2711\" class=\"wp-caption-text\">Wappen und Dichter<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was macht diese Freimarken-Serie f\u00fcr uns Saarsammler so aussergew\u00f6hnlich?<\/p>\n<ul>\n<li>Die Marken wurden in (Reichs-) Mark und -pfennigen ausgegeben und blieben im Saarland bis zum 27. November 1947 &#8211; also f\u00fcnf Monate nach der kleinen und eine Woche nach der grossen <strong>W\u00e4hrungsreform<\/strong> &#8211; frankaturg\u00fcltig.\u00a0Deswegen bezeichnen wir die Werte der Ausgabe <b>Wappen<\/b> <b>und<\/b> <b>Dichter<\/b> als Mitl\u00e4ufer.<\/li>\n<li>Die Marken tragen die Aufschrift <strong>Zone Fran\u00e7aise<\/strong>. Das Saarland war jedoch bereits seit dem <strong>16. Februar 1946<\/strong> nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat f\u00fcr das ehemalige Deutsche Reich in Berlin unterstellt und wurde Schritt f\u00fcr Schritt aus der <strong>Zone d&#8217;occupation fran\u00e7aise en Allemagne<\/strong> herausgel\u00f6st. Sp\u00e4testens mit der Errichtung einer streng \u00fcberwachten Zollgrenze zu dieser Zone am <strong>22. Dezember 1946<\/strong> war die franz\u00f6sische Annexion des Saarlands abgeschlossen (vgl. <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=2175\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>hier<\/strong><\/a>). Also: Obschon die Saar-Region und nachher das Saarland nicht mehr zur <strong>Zone d&#8217;occupation fran\u00e7aise en Allemagne<\/strong> geh\u00f6rte, blieben die Werte der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong> mit der Aufschrift\u00a0<strong>Zone Fran\u00e7aise<\/strong> dennoch frankaturg\u00fcltig.<\/li>\n<li>Diese \u2013\u00a0f\u00fcr die damalige Umbruchszeit \u2013\u00a0mit fast 2 Jahren enorm lange Frankaturg\u00fcltigkeit der Briefmarkenausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong>\u00a0brachte auf Belegen sch\u00f6ne Mischfrankaturen hervor:\n<ul>\n<li><strong>Wappen und Dichter<\/strong> mit zus\u00e4tzlichem Stempel Geb\u00fchr bezahlt<\/li>\n<li><strong>Wappen und Dichter<\/strong> mit Werten der <strong>1. Offenburger Ausgabe (BuS I)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Wappen und Dichter<\/strong> mit Werten des\u00a0<strong>Malstatt-Burbacher Drucks (MBD I\/II)<\/strong><\/li>\n<li><strong>Wappen und Dichter<\/strong> mit den Werten von <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> (m\u00f6glich w\u00e4re auch <strong>2. Offenburger Ausgabe<\/strong>) sowie des <strong>Malstatt-Burbacher Drucks<\/strong> (auf einem solchen Beleg w\u00e4ren dann drei unterschiedliche W\u00e4hrungen verklebt: Reichsmark, Saarmark und Franken)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h5><strong>Abbildungen<\/strong><\/h5>\n<figure id=\"attachment_3581\" aria-describedby=\"caption-attachment-3581\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3581 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-1-1024x729.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-1-1024x729.jpg 1024w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-1-300x213.jpg 300w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-1-768x546.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-1-1200x854.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3581\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Sammlung Montclair<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser Beleg ist mit 12 Pfennig portogerecht frankiert, jedoch nicht gelaufen, also postalisch bef\u00f6rdert worden. Ich zeige den Beleg dennoch, da hier zwei sehr spezielle Stempel vereint sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Stempel von <strong>Saarlouis<\/strong> vom 19. Mai 1946 mit der schriftgeraden Zahl <strong>18<\/strong> im Kreis (Letzteres existiert bei anderen Stempeln des Saarlandes nicht)<\/li>\n<li>Als Nebenstempel ein Sonderstempel zu den <strong>Franz\u00f6sischen Festtagen<\/strong> und der Einweihung des Denkmals f\u00fcr <strong>Mar\u00e9chal Ney<\/strong> auf der Vauban-Insel in <strong>Saarlouis<\/strong>; das Denkmal f\u00fcr <strong>Mar\u00e9chal Ney<\/strong> ist das Bildmotiv des <strong>84 Pfennig-Werts<\/strong> der Ausgaben\u00a0<strong>Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_3582\" aria-describedby=\"caption-attachment-3582\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3582 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2-1024x724.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2-1024x724.jpg 1024w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2-300x212.jpg 300w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2-768x543.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2-1200x848.jpg 1200w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-2.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3582\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Sammlung Montclair<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dieser Beleg vom 5. M\u00e4rz 1947 von Mettlach nach Stuttgart ist mit 24 Pfennig ebenfalls portogerecht frankiert. Verklebt wurden neben einem <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=2783\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>16 Pfennig-Wert<\/strong><\/a> der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0je ein <strong>3 Pfennig-Wert<\/strong>\u00a0 und ein <strong>5 Pfennig-Wert<\/strong> der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong>. Dies, obschon der eigentlich vorgesehene <a href=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/?p=2872\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>24 Pfennig-Wert<\/strong> <\/a>der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> bereits seit dem 4. Februar 1947 an den Postschaltern verf\u00fcgbar gewesen w\u00e4re. Daraus l\u00e4sst sich schliessen, das sechs Wochen nachdem am 20. Januar 1947 die ersten Werte der Ausgabe <strong>Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar<\/strong>\u00a0an die saarl\u00e4ndischen Postschalter gelange waren, insbesondere Firmen noch Bestand an Marken der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong> hatten.<\/p>\n<p>Beim genauen Hinschauen erkennt man unterhalb der Werte der Ausgabe Wappen und Dichter kleine Stempel. Ein Pr\u00fcfer hat hier die Markentypen, die bei der Ausgabe <strong>Wappen und Dichter<\/strong> existieren, gepr\u00fcft, jedoch das Ergebnis leider nicht als schriftliche Expertise, sondern als unsch\u00f6nes und wertminderndes Grafitti auf dem ansonsten einwandfreien Beleg hinterlassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3583\" aria-describedby=\"caption-attachment-3583\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3583 size-large\" src=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3-1024x675.jpg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"554\" srcset=\"https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3-300x198.jpg 300w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3-768x506.jpg 768w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3-1200x791.jpg 1200w, https:\/\/archive.saarphila.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Beleg-3.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3583\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Sammlung Montclair<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein portogerecht frankiertes <strong>Einschreiben<\/strong> vom 13. M\u00e4rz 1947 von Reisbach nach Babenhausen im besetzten ehemaligen Deutschen Reich (48 Pfennig f\u00fcr einen Brief der 2. Gewichtsstufe plus 60 Pfennig Einschreibegeb\u00fchr). Was ist an diesem Beleg so speziell, dass ich Ihnen diesen nicht vorenthalten wollte?<\/p>\n<p>Der Poststempel wurde aptiert, das bedeutet amtlich abge\u00e4ndert. Aus <strong>Reisbach \u00fcber Saarlautern<\/strong> wurde <strong>Reisbach \u00fcber Saarl.<\/strong>. Saarlautern war von 1936 bis 1945 der Name der Stadt Saarlouis. Der Name Saarlouis wurde am 13. Januar 1936, ein Jahr nach dem verh\u00e4ngnisvollen Plebiszit im Saargebiet in Saarlautern germanisiert. Der von den US-amerikanischen Truppen in das von ihnen neugeschaffene Regierungspr\u00e4sidium Saar eingesetzte Regierungspr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans_Neureuter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Hans Neureuther<\/strong><\/a>\u00a0 hat den geschichtlich begr\u00fcndeten Namen der Stadt mit Wirkung zum 14. Juli 1945 wiederhergestellt. Nur zwischen dem Verwaltungsakt und dem vollst\u00e4ndigen Vollzug liegen &#8211; insbesondere in Zeiten allgemeinen Mangels &#8211; zwar nicht Welten, aber doch Jahre. Schaut genau hin. Der Einschreibezettel vermerkt weiterhin als Aufgabeort <strong>Reisbach \u00fcber Saarlautern<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3><strong>Steckbrief der Ausgabe Wappen und Dichter<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>die Freimarkenserie <strong>Wappen und Dichter\u00a0<\/strong>besteht aus 13 Werten:\n<ul>\n<li>1 Pfennig &#8211; Wappen Rheinland<\/li>\n<li>3 Pfennig &#8211; Wappen Pfalz<\/li>\n<li>5 Pfennig &#8211; Wappen W\u00fcrttemberg<\/li>\n<li>8 Pfennig &#8211; Wappen Baden<\/li>\n<li>10 Pfennig &#8211; Wappen Rheinland<\/li>\n<li>12 Pfennig &#8211; Wappen Pfalz<\/li>\n<li>15 Pfennig &#8211; Wappen Saarbr\u00fccken<\/li>\n<li>20 Pfennig &#8211; Wappen W\u00fcrttemberg<\/li>\n<li>24 Pfennig &#8211; Wappen Saarbr\u00fccken<\/li>\n<li>30 Pfennig &#8211;\u00a0Wappen Baden<\/li>\n<li>1 Mark &#8211; Dichter Johann Wolfgang von Goethe<\/li>\n<li>2 Mark &#8211; Dichter Friedrich von Schiller<\/li>\n<li>5 Mark &#8211; Dichter Heinrich Heine<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>die Marken wurden in Reichsmark und -pfennig verausgabt<\/li>\n<li>die <strong>Bildmotive<\/strong> wurden von f\u00fchrenden franz\u00f6sischen K\u00fcnstlern gestaltet<\/li>\n<li>der Markendruck erfolgte bei der franz\u00f6sischen Staatsdruckerei in Paris<\/li>\n<li>erste Marken wurden am 17. Dezember 1945 (ZOF)\/5. Januar 1946 (Saarland) verausgabt, die letzten Marken gelangten am 28. M\u00e4rz 1946 (Saarland)\/1. April 1946 (ZOF) an die Postschalter<\/li>\n<li>die Marken wurden ab Januar 1947 durch Briefmarkenausgaben f\u00fcr das Saarland, sowie die neu geschaffenen L\u00e4nder des besetzten ehemaligen Deutschen Reichs: Baden (bis Dezember 1946 S\u00fcdbaden), W\u00fcrttemberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz (bis 18. Mai 1947 Land Rheinpfalz) erg\u00e4nzt, behielten aber <strong>Frankaturg\u00fcltigkeit<\/strong> bis:\n<ul>\n<li>Saarland: 27. November 1947<\/li>\n<li>Land Baden: 20 Juni 1948<\/li>\n<li>Land W\u00fcrttemberg-Hohenzollern: 20 Juni 1948<\/li>\n<li>Land Rheinland-Pfalz: 20 Juni 1948<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>die Briefmarkenausgabe <strong>Wappen und Dichter\u00a0<\/strong>wird auch als <strong>Allgemeine Ausgabe\u00a0<\/strong>bezeichnet, da die Marken in allen Teilen der <strong>Zone d\u2019occupation fran\u00e7aise en Allemagne\u00a0<\/strong>sowie im Saarland frankaturg\u00fcltig waren.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<h3><strong>Ausblick auf weitere Vorhaben<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>Die Fragestellung, die mich in den kommenden Wochen intensiv besch\u00e4ftigen wird ist:<\/p>\n<p>Befinden sich in meiner Sammlung <strong>Montclair<\/strong>\u00a0Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> ohne Aufdruck, jedoch mit Blinddruck des \u00dcberdrucks f\u00fcr die \u00dcberdruckausgabe <strong>Malstatt-Burbacher Druck,<\/strong> analog den Marken der <strong>2. Offenburger Ausgabe<\/strong>?<\/p>\n<p><strong>Ausgangslage<\/strong><\/p>\n<p>In Folge der geplanten W\u00e4hrungsumstellung auf Frankenw\u00e4hrung wurden die noch vorhandenen Best\u00e4nde an Schalterb\u00f6gen der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong> sowie die bereits ausgelieferten resp. weiterhin von der <strong>Druckerei Franz Burda<\/strong> in Offenburg gelieferten Schalterb\u00f6gen der <strong>2. Offenburger Ausgabe<\/strong> von der <strong>P.T.T. des Saarlandes<\/strong> in Saarbr\u00fccken an die <strong>Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei GmbH<\/strong> geschickt. Hier wurden die Schalterb\u00f6gen unbesehen ihrer Provinienz im Buchdruckverfahren (Typographie) mit neuen Werte und neuen W\u00e4hrungsk\u00fcrzeln \u00fcberdruckt.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass der f\u00fcr den \u00dcberdruck verwendete, bereits in die Jahre gekommene\u00a0<strong>Heidelberger Automat<\/strong> nicht fehlerfrei arbeitete. Unter anderem kam es zu partiellen oder totalen Druckausf\u00e4llen oder es wurden statt eines Schalterbogens deren zwei zugef\u00fchrt, mit dem Ergebnis, dass der hintere der zwei B\u00f6gen nicht \u00fcberdruckt wurde.<\/p>\n<p>Erkennbar sind fehlende Aufdrucke an dem sogenannten Blinddruck. Der Buchdruck ist ein Hochdruckverfahren und ver\u00e4ndert die Markenr\u00fcckseiten mehr oder weniger deutlich durch reliefartige Durchpr\u00e4gung. Dieser Effekt wird besonders bei Streiflichtbeleuchtung gut erkennbar, gelegentlich ist er auch mit dem Finger zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Marken der <strong>1. Offenburger Ausgabe<\/strong>\u00a0ohne Aufdruck jedoch vorhandenem <strong>Blinddruck<\/strong> sind meines Wissens nach bislang in keinem Katalog und in keinem Fachbuch erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><strong>These<\/strong><\/p>\n<p>Die Schalterb\u00f6gen von Original- und Neuausgabe wurden in der <strong>Malstatt Burbacher Handelsdruckerei GmbH<\/strong> unterschiedslos behandelt, also \u00fcberdruckt. Die teilweisen resp. totalen Druckausf\u00e4lle wie auch der \u00dcberdruck von zwei Schalterb\u00f6gen gleichzeitig m\u00fcssten somit auf beiden Sorten Schalterb\u00f6gen auftreten. Diese These ist origin\u00e4r von mir aufgestellt worden und wurde m. E. noch an keiner anderen Stelle behandelt.<\/p>\n<p>Ich werde euch \u00fcber den Verlauf der Forschung auf dem Laufenden halten.<\/p>\n<p>Bis dann<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">__________<\/p>\n<p>Folgt mir auf <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/SaarPhilatelist\"><b>Facebook<\/b><\/a> und ihr seid immer auf dem Laufenden.<\/p>\n<p><strong>#saarphila #saarphilatelie<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wappen und Dichter &#8211; Generelle Bemerkungen Hallo Wahrscheinlich habt ihr an dieser Stelle einen Beitrag zum 84 Pfennig-Wert der Ausgabe Berufe und Sehensw\u00fcrdigkeiten an der Saar erwartet. Ich hoffe, eurre Entt\u00e4uschung h\u00e4lt sich in Grenzen. 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